Heute wurde der Arbeitsmarktbarometer des IAB veröffentlicht. Dieser gilt als Frühindikator für die Entwicklungstrends auf dem Arbeitsmarkt. Bislang habe ich diesen Trend immer so verfolgt, dass mit „Entspannung“ ein Rückgang der Arbeitslosigkeit verbunden wurde. Also: ein entspannter Trend weist auf einen zu erwartenden Rückgang der Arbeitslosen hin.

Diesmal allerdings hatte ich bei der Lektüre das unbestimmte Gefühl, dass ein Anstieg an Arbeitslosen als „Entspannung“ aufgefasst wird. Noch einmal für diejenigen, die dem Schnelllesen zugeneigt sind: Gehirn auf INTENSIVMODUS schalten:

Der Arbeitsmarkt entspannt sich leicht, da in den nächsten Monaten ein Anstieg der Arbeitssuchenden erwartet wird.

Für alle, die jetzt jubeln – Vorsicht!

  • Dieser Anstieg resultiert aus dem Zugang zahlreicher Migranten auf den Arbeitsmarkt (nach Beendigung der Sprachschulen).
  • Der Anstieg ist nur von kurzer Dauer, da die Nachfrage nach Beschäftigten weiterhin auf einem seit Monaten anhaltenden Höchstwert verharrt.

Demnach ist die leichte Entspannung nur ein laues Lüftchen. Halten wir fest, die Sprachregelungen sind fast identisch. Nur spricht man heute von Entspannung, wenn es zu einem Anstieg der Arbeitssuchenden kommt.

Für mich als Mitglied der Generation BB (Baby Boomer) mit der gelebten Realität der Verlängerung von Schullaufbahn und Wehr- oder Ersatzdienst, den Erfahrungen einer hohen Jugendarbeitslosigkeit, meiner Teilhabe an der Generation Praktikum, einer Vita von befristeten Beschäftigungsverhältnissen und im festen Glauben, mit 50 unvermittelbar zu sein, eine mehr als leichte Überforderung.

Scheinbar könnte ich mich sogar jetzt – nach 20 Jahren der Selbstständigkeit – wieder bewerben?

Verdammt – schon wieder falsch gedacht – das alte Denken holt mich immer wieder ein. So ist das nun einmal mit den „Komfortzonen“. Es ist nicht leicht, seine Glaubenssätze zu verändern.  Also, noch mal für mich: Bewerben gehört definitiv dem alten System an!  Wie bei Krediten muss der Kreditgeber die Hosen runterlassen.

In meinem Falle:

Liebe international tätige Großkonzerne, aufstrebende New Economy Unternehmen, solide wachsende mittelständische Champions: was bin ich Ihnen wert? Einen Einblick in meine Fertigkeiten und Fähigkeiten finden Sie in meinem Profil.

Bitte bewerben Sie sich mit aussagekräftigen Unterlagen. Ein kurzes Video des CEO mit Aussagen zu seiner Vision und Mission, die wichtigsten Kennzahlen (EBIT/Beschäftigtenentwicklung/ Eigenkapitalquote etc.) sowie Bürgen ( es reichen 3-5 Mitarbeiterstatements) mit Aussagen über ihre wirklich gelebte Mitarbeiterkultur sollten fürs Erste reichen. Betriebskindergarten benötige ich nicht wirklich. Rückenkrabbeln während der Arbeitszeit ist nett – macht mich aber müde! Also strengen Sie sich an! 🙂

Von den Ergebnissen berichte ich gerne – zu gegebener Zeit und vielleicht verbunden mit einer Veränderung der Statusmeldung!

Dieser Beitrag gehört zu unserer Reihe „Risikofaktor Fluktuation!“ Wenn Sie über neue Artikel aus dieser Reihe informiert werden möchten, dann nutzen Sie den folgenden Link und melden sich an.

Risikofaktor Fluktuation

Glückauf

Udo Kiel

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